Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft.

Interessierte Kreise haben schon immer versucht, das Werk des
Augenoptikers auf den "Brillenhandel" zu reduzieren, um ihn auf einen "Brillenapotheker" zu reduzieren. Das ärgerte einen Kollegen so sehr,
daß er am 18. Juni 1901 mit folgender Zeitungsanzeige in der
Schlesischen Zeitung zu Breslau sich an die Öffentlichkeit wandte:

Daß Publikum wird in neuester Zeit vielfach irregeleitet dadurch, daß man
versucht, Brillenbedürftigen verborgene Augenleiden zu unterschieben
und damit zu ängstigen. Um den Nichtkundigen endlich mit der Wahrheit
zu dienen, sei erklärt, daß alle optischen Unregelmäßigkeiten des Auges,
als Kurz-, Weit-, Uebersichtigkeit usw. keine Krankheiten sind und nichts mit der Disciplin der Medicin gemein haben. Diese optischen Fehler werden
nur durch Augengläser corrigirt, welche zu bestimmen, allerdings
wissenschaftliche Kenntnisse und Uebung voraussetzen. Nur allein der
Optiker (dessen Thätigkeit man mit dem Brillenhändler verständnißloserweise
zu verwechseln sucht) der die physiologische Optik beherrscht und jahrelange
Uebung in der Refractionsbestimmung besitzt, wird sich der Aufgabe
der Brillenverordnung gewissenhaft und unfehlbar entledigen.

Richard Fiedler, Optiker,

Breslau, Albrechtstr. 10
Augenuntersuchung: Wochentags 8-12, 2-7 Uhr.
Sonntags 11-2 Uhr.
Brillen und Pince-nez in jeder Preislage.